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Alles zum Thema Oldtimer Zweiräder

Moderator: schreyhalz

von HARI
#32792
Hallo zusammen!

Ich habe mir kürzlich eine RT 350 gekauft. Sie ist komplett, der Motor dreht, sie wurde jedoch ca. 10 Jahre nicht bewegt. Das Hinterrad ist festgesteckt, da die Bremsflüssigkeit ausgetreten ist, hab ich jedoch schon zerlegt.
Ich bin technisch versiert und möchte sie soweit überholen, das sie wieder fahrbereit ist. Ich wäre für Tipps, Reparaturanleitungen, Explosionszeichnungen, und dgl. sehr dankbar.
Auch Links von guter und verlässlichen Ersateillieferanten und Reparaturfirmen wären hilfereich.

Besten Dank schonmal
Hari
von schreyhalz
#32805
Moin Moin !

Mit der 350er kenne ich mich nicht aus , meine Erfahrungen beziehen sich auf die 175er und die 250/2.

Oberstes Problem bei diesen Maschinen sind wohl die Kolben , besonders bei der 250er. Mittlerweile dürften aber auch die 175er Kolben (ich vermute , diese passen in die 350er) nicht mehr zu bekommen sein.
Insofern ist es wesentlich sinnvoller, mit ausgelutschten Zylindern und Originalkolben zu fahren , als die Zyl. schleifen zu lassen und angeblich passende Nachbaukolben einzubauen. Nach meinen Erfahrungen brauchen diese ein Laufspiel vom etwa 10 fachen ( !!! ) des originalen Verschleissmasses ! Das wiederum zieht einen erhöhten Verschleiss nach sich bzw. lässt die Ringnuten ausschlagen , die Ringe brechen und die Fixierstifte der Ringe einschlagen oder rausfallen. Selbst ein Einfallen des Kolbenbodens von konkav nach konvex habe ich erlebt!
Nach langer Standzeit ist mit Sicherheit die Kurbelwelle überholungsreif , es kann regelmässig nicht davon ausgegangen werden , dass diese vor dem Abstellen professionell konserviert wurde. Das bedeutet , neue Pleuellager einpressen zu lassen. Komplett neu gelagert und abgedichtet ist der Motor dann eigentlich fit !
Limaregler unbedingt gegen einen elektronischen tauschen , falls noch nicht geschehen. Die Elektrik , hier vor allem der Regler und das Zündschloss , sind echte Schwachpunkte bei allen DKW.


http://www.dkw-motorraeder.de/tiki-index.php

https://www.greiner-oldtimerteile.de/

https://www.motorradmeistermilz.de/DKW-Ersatzteile

http://motorrad-stemler.de/dcenter/down/dkw%20rt-modelle.pdf

http://www.weisswange-motorradteile.de/Modelle%20DKW.htm
(hat die besten Felgen aus eigener Herstellung)

https://www.dkw-geyer.com/DKW-Geyer/d/index.htm


Alle Links ohne Bevorzugung und Wertung!

MfG Volker
von HARI
#32814
Hallo!

Hätte eigentlich vorgehabt den Motor nicht zu öffnen und mal zu schauen ob und wie sie läuft. Ist 2. Besitz und hat nur 30000km drauf.
Meinst dass ich trotzdem mal reinschauen sollte?

Grtüße Hari
schreyhalz hat geschrieben:
Di 27. Nov 2018, 07:41
Moin Moin !

Mit der 350er kenne ich mich nicht aus , meine Erfahrungen beziehen sich auf die 175er und die 250/2.

Oberstes Problem bei diesen Maschinen sind wohl die Kolben , besonders bei der 250er. Mittlerweile dürften aber auch die 175er Kolben (ich vermute , diese passen in die 350er) nicht mehr zu bekommen sein.
Insofern ist es wesentlich sinnvoller, mit ausgelutschten Zylindern und Originalkolben zu fahren , als die Zyl. schleifen zu lassen und angeblich passende Nachbaukolben einzubauen. Nach meinen Erfahrungen brauchen diese ein Laufspiel vom etwa 10 fachen ( !!! ) des originalen Verschleissmasses ! Das wiederum zieht einen erhöhten Verschleiss nach sich bzw. lässt die Ringnuten ausschlagen , die Ringe brechen und die Fixierstifte der Ringe einschlagen oder rausfallen. Selbst ein Einfallen des Kolbenbodens von konkav nach konvex habe ich erlebt!
Nach langer Standzeit ist mit Sicherheit die Kurbelwelle überholungsreif , es kann regelmässig nicht davon ausgegangen werden , dass diese vor dem Abstellen professionell konserviert wurde. Das bedeutet , neue Pleuellager einpressen zu lassen. Komplett neu gelagert und abgedichtet ist der Motor dann eigentlich fit !
Limaregler unbedingt gegen einen elektronischen tauschen , falls noch nicht geschehen. Die Elektrik , hier vor allem der Regler und das Zündschloss , sind echte Schwachpunkte bei allen DKW.


http://www.dkw-motorraeder.de/tiki-index.php

https://www.greiner-oldtimerteile.de/

https://www.motorradmeistermilz.de/DKW-Ersatzteile

http://motorrad-stemler.de/dcenter/down/dkw%20rt-modelle.pdf

http://www.weisswange-motorradteile.de/Modelle%20DKW.htm
(hat die besten Felgen aus eigener Herstellung)

https://www.dkw-geyer.com/DKW-Geyer/d/index.htm


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MfG Volker
von schreyhalz
#32816
Moin Moin !

DKW schrieb die Konservierung bereits für die Winterstillegung vor. 10 Jahre Stillstand sind auf jeden Fall zu lange ! bedenke bitte , dass die Kurbelwellenlager und Pleuellager im Betrieb lediglich durch den Ölnebel des Kraftstoff/Ölgemisches geschmiert werden , wobei der Kraftstoff eher kontraproduktiv wirkt. Befindet sich der Motor im Stillstand, liegen die Lager absolut trocken , sind aber durch die Zylinderschlitze und Überströmer mit der Aussenluft verbunden , durch Temperaturänderungen findet ein ständiger Luftaustausch mit wechselnden Feuchtigkeitsgehalten statt , es bildet sich Kondenswasser , dieses verdunstet wieder usw. Kurz und gut, die praktisch ungeschützten Lager sind ständig den Angriffen schutzlos ausgeliefert. Die beste Schonung für einen 2-Takter ist der ständige Gebrauch!
Eine KW zu überholen kostet ca. 100 E. Beim 2-Zyl. musst du also mit 200 E rechnen , dazu neue Hauptlager und Dichtungen !
Auch kannst du beim 2-Zyl. das mittlere KW-Lager und dessen Dichtung nicht selber tauschen , da dafür die KW auseinandergepresst werden muss. Gerade aber die Abdichtung des Kurbelgehäuses ist für einen 2-Takter wichtig , sonst bekommst du keinen stabilen Leerlauf , kannst das Gemisch nicht richtig einstellen , was zu einbem kolbenfresser führen kann.

dazu kommt: Geht ein Lager im Kubelgehäuse kaputt , ist das nicht wie beim 4-Takter ein Schaden , der sich durch lautes Klopfen ankündigt und dann ohne weitere Folgen repariert werden kann , sondern das hörst du gar nicht , sondern du hast schlagartig einen übelsten Kolbenfresser, weil sich Lagerbruchstücke durch einen Überströmer in den Brennraum mogeln wollen , dummerweise versucht gerade der Kolben , den Überströmer zu schliessen.
Die Folge ist ein zerstörter Kolben (womöglich noch ein unersetzlicher Originalkolben ! ) und eine dicke Riefe in der Zylinderwand , die ein Ausschleifen um mindestens eine , möglicherweise auch mehr Reparaturstufen nötig macht oder den Zylinder so schrottet , dass er nur durch ausbohren und Einziehen einer neuen Laufbuchse zu retten ist. Letzteres geht in die Hunderte von Euronen!
Hätte eigentlich vorgehabt den Motor nicht zu öffnen und mal zu schauen ob und wie sie läuft
Deswegen ist das völliger Unfug , natürlich wird der Motor laufen (wenn nicht obiges Szenario schon eingetreten ist) , aber eben nicht lange , auf keinen Fall 1000 km. können aber auch 100 m sein , da steckt man nicht drin!

MfG Volker

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